Ein neues Jahrzehnt


Rios 60. Geburtstag im UT Connewitz/Leipzig

Das Jahr 2010 beginnt gleich mit einem großen Buhei: Dem 60. Geburtstag von unserem Rio am 9. Januar. Klar haben wir das Event ordentlich vorbereitet mit neuem Plakat und Flyern, wir haben den Casus vom Rockradio ins UT Connewitz / Leipzig eingeladen, die Petra hat tolle Videos gemacht, der Frank Bucher hat den Zauberland - Tanz mit Caroline gefilmt und die Soldi hat kurze Texte aus der Autobiographie ins Programm eingestreut. Und außerdem hat es geschneit wie bolle, sodass alle zu spät gekommen sind; nur der Tiborc und der Henry waren wie immer pünktlich. Ach, was sind wir froh, dass wir die beiden haben! Wenn der Henry an der Technik steht, sind alle sicher, dass der Sound stimmt und das große Zittern vor dem ewigen Koppeln und Rauschen und Brummen findet endlich sein Ende. Und so wurde der Rio-Geburtstag doch ein richtig tolles Fest. Das meinen jedenfalls die rund 350 Leute, die sich durch den Schnee gewühlt haben. Beim Aufräumen waren alle ganz schön aufgeräumt, aber Gott sei Dank haben die "billigen preußischen Hilfskräfte" beherzt angefasst und sich auch der letzten einsamen Biere im Catering-Kühlschrank angenommen.

Kaum ist das geschafft und alle sind heile wieder daheim in der gemütlichen warmen Stube, jammert der Jens: "Wir haben gar kein richtiges neues Projekt." Aber die Soldi wollte erst mal klar Schiff machen: Also Myspace-Mitglied werden, Fotos sammeln, Homepage endlich auffrischen und all so was. Dazu haben die Sara und ihr liebster Martin dann Anfang März gesagt: "Das wird jetzt gemacht!", sprechens und machens glatt in nur zwei Wochen ihrer Semesterferien. Und die liebe, gute Lore, die das bis jetzt immer gemacht hat, ist auch ganz froh darüber. Und wir springen im Dreieck hinterher und suchen Presse und Fotos und all so 'nen Zeug raus. Wir merken gleich, dass sich da eine ganze Menge Kontakte ergeben und haufenweise Besucher auf unseren Seiten rumklicken. Und die beiden machen das wirklich klasse und wollen auch schon die künftigen Projekte einbauen, und dann wird gemeckert, dass es noch nicht mal Bilder oder Presse gibt!

Auf den Spuren eines Heiligen


Jörg Simmat Aber bissl was haben wir ja schon: Ein fertiges Textbuch mit fünf Szenen, die die Soldi dem Heiligen Franz von Assisi auf den Leib geschrieben hat und zum szenischen Spiel kommt dann Musik von Rio und Scherben, natürlich gespielt von WunderbunTd. Der Jörg Simmat hat auch grade bissel Zeit und gibt den Franz und zwar zum 33. Evangelischen Deutschen Kirchentag 2011 in Dresden. Bis dahin soll jedenfalls ein Hörbuch fertig sein, das heißt dann bestimmt auch so: "Franziskus - ein Rockpoem mit Musik von Rio Reiser".

Das ist also der Plan und die anderen Sachen laufen so nebenher, z. B. die Familien, die Schule, die Studien, rollende Woche, Dreischichtsystem, eine Bäckerei, eine Druckerei, eine Freundin in Wien, der Verlag, und andere Muggen der WunderbunTden.

Die Uraufführung ist am 2. Juni 2011 in der Trinitatis-Kirchruine und zum Schlussapplaus stehen wir dann da vorm Publikum und die 400 Zuschauer stehen vor uns auf. So was vergisst man nie. Und es gibt weitere Aufführungen, wo wir ein ähnlich bewegtes Publikum finden, zum Beispiel auch beim Katholikentag in Mannheim. Weil wir unseren Sonnengesang so lieben, filmen wir zusammen mit Uwe und Thomas vom Medienzentrum der Bergakademie ein Kunstvideo in Freiberger Kirchen und das mitten im Winter. Im Dom ist es klirrekalt, der Petriturm hat irre viele Treppen und in der Sakristei bei Petris frieren wir uns fast die Hintern weg, müssen allerdings noch fix 200 Teelichter anbrennen, bevor der Kamerakran abfährt. Bei den drei Kreuzen auf dem Häuersteig stapft dann der Jörg ziemlich mürrisch durch den Schnee, aber zum Glück hat Pfarrer Kocner in der Johannes-Kirche die Heizung angemacht und draußen ist auch ein Feuer. Da lacht unser Franziskus wieder.

Wir feiern weiter

Auch die Rio-Reiser-Nacht erlebt ein paar wunderbuntde Konzerte und uns fällt ein, dass wir die schon seit 10 Jahren spielen. Und immer noch kommen neue Lieder dazu - Rio ist eine wahre Fundgrube an Botschaften, die auch die Leute was angehen. Darum haben wir uns mit dem Nobert Jäger (ehemals Stern-Combo Meißen) zusammengetan, um auch die kleine Variante zu haben, die heißt: "Rio-Reiser-Lieder unplugged" Komisch, dabei brauchen wir alle Strom! Zum ersten Mal in Meißen bei der langen Nacht der Kunst hat der Norbert spontan mitgespielt, seitdem gab es mehrere Muggen auch im kleinen Rahmen oder mit der Band zusammen. Wir beginnen 2012 mit einer Rio-Gebutstagsfeier in der Tante Ju in Dresden und mit unserer Rio-Reiser-Nacht tupfen wir zur Gundermann-Geburtstagsfeier in Hoyerswerda auf und im April steht unser eigener Geburtstag an: 25 Jahre Wunderbuntd.
Zum Jubiläum soll eine neue Kinderlieder-CD erscheinen, wir nennen sie "Kinderlieder 3" (wie sonst?) und eine Jubiläums-CD wird es außerdem geben, da müssen 25 Lieder drauf wegen der 25 Jahre. Frank Bucher vom Tonstudio rollt die Augen, wie er die vielen Sounds irgendwie auf einer Platte unterbringen soll. Aber er schafft das schon. Ja, der "Gaukler" und die "Kinderlieder 3" müssen halt noch fix aufgenommen und gemischt werden, wir brauchen Layouts, aber dalli - dalli. Die Jana malt das Cover und dann bitte noch eine Bilderserie für den "Katzengruß", den mag der Jens so gerne. Andere Leute in unseren Dunstkreisen feiern ihren Fünfzigsten oder Silberhochzeit, wir mieten uns das Tivoli zum Bandjubiläum. Und zuerst räumen wir alles um, dass der Haustechniker Strippe sich erst mal die Haare rauft. Und dann feiern wir mit unseren Freunden, mit den Leuten von früher und von jetzt und wir laden unsere befreundeten Musiker ein. So sieht das Programm aus:
Kinderprogramm "Bilder-Buch-Konzert" mit Soldi und Jens, Ständchen von den "Brüdern Wollbart" (Tiborc und Doc), sowie von "Leichtfuß und Liederliesel", zwischendurch gibt's Kinderliedervideos von uns. Im Abendprogramm spielen zunächst Tiborc und Doc als "Bearded Rockling" auf, die werden von unserer Unplugged-Runde mit Norbert Jäger abgelöst und dann kommt das Freiberger Blechbläserensemble, zu dem sich die Band mit "Der Traum ist aus" und "Blühendes Land" gesellt. Ab 22 Uhr legt die Band richtig los und die Stimmung ist super. In den kurzen Umbaupausen zeigen wir Videos von damals und heute und viele können sich wiederfinden. Und da wir ja zum Gründonnerstag schon um 24 Uhr stille sein müssen, sind wir brav und trinken lieber noch was und quatschen mit den Leuten.


Weil wir im Mai viel Spaß auf unserer Franziskus-Reise nach Mannheim haben, packt uns das Reisefieber und im August fahren wir nach Saarlouis und Neustadt an der Weinstraße. Micha Brandau sitzt als Aushilfe am Schlagzeug und Martin Hanisch geht mit auf Tour, weil Maria und Mirko den Fängen des Kapitalismus ausgeliefert sind und arbeiten müssen. Wir haben tierischen Spaß im viel zu kleinen Bus und bewegen die Wessis mit Rio- und Scherbensongs; das klappt also nicht nur in unseren Breiten.

Eine Spritztour und Ordnung machen

Im September ist dann auch die Destille in Nordhausen rappelvoll und der kleine Henry (er ist gar nicht klein, heißt aber Henry Klein) nimmt das Konzert auf hunderten Spuren auf, aus dem Material wollen wir ein neues Live-Demo entwickeln.
Mit "Franziskus" zum Tag der Sachsen und beim Mittelsächsischen Kultursommer sowie ein paar Kindermuggen und einer privaten Geburtstagsfeier von Heike wollen wir das Jahr gemütlich ausklingen lassen und Winterschlaf halten. Zu diesem Event kommt der Piotr extra aus dem Weihnachtsurlaub aus Breslau angefahren und er will auch künftig an den Knöpfen drehen. Für dieses Jahr reicht es nun dann ja auch!
Nö, reicht noch nicht, sagen unsere Kinder, jetzt machen wir die Homepage neu und kriegen das mit Facebook mal auf die Reihe! Bilder und Videos her, schreit die Sara und Martin sagt, die Bandgeschichte setzt schon Patina an.
Außerdem wartet da haufenweise neues Material für die Band und irgendwelche leidigen Förderanträge müssen raus und den Veranstaltern müssen alle Ohren abgekaut werden, damit 's nächstes Jahr weitergeht: Wir müssen immer wieder und wieder von Neuem beginnen!